5.Kurzstudie: Online-Wahlkampf kommt noch nicht in Fahrt
Wir haben heute die 5. Kurzstudie zu „Politik im Web 2.0“ veröffentlicht. Untersucht wurde die Präsenz von Parteien, Jugendorganisationen sowie Spitzenpolitikern der Parteien und Jugendorganisationen in den in Deutschland relevantesten Social Networks (StudiVZ, MySpace, Facebook) sowie auf YouTube und Twitter. In der fünften Ausgabe (Juli 2009) ist klar, auf welche Plattformen welche Partei setzt.
Dazu Markus Beckedahl, Teilhaber von newthinking communications und Betreiber des bekanntesten deutschsprachigen Politik-Blog netzpolitik.org:
“Es hat sich viel getan in Politik und Internet: die Europawahl 2009 ist gelaufen. Die Parteien haben eine ersten Bewährungsprobe hinter sich gebracht und stehen in den Startlöchern für den Endspurt zur Bundestagswahl am 27. September. Nun könnte man erwarten, dass durch die Europawahl und die anstehende Bundestagswahl eine Art Wahlkampffieber ausgebrochen sei und die Parteien sich in ihrem Engagement im nach wie vor als neu angesehenen Medium zu überbieten suchten. Hierfür liefern unsere Zahlen keine Belege.
Die Daten bieten Hinweise darauf, dass die Parteien entweder unterschiedliche Strategien zur Erreichung ihrer Wähler im Web 2.0 gewählt haben, oder dass sich schlicht ihre User an unterschiedlichen Orten im Netz aufhalten. So sind zum Beispiel bei Facebook überproportional starke Grüne- und SPD-Gruppen zu finden, bei StudiVZ sind besondere die FDP und die Union hervorzuheben. Die Linkspartei scheint in der Web 2.0-Nutzerschaft weiterhin nicht soviel Interesse hervorzurufen, wie dies die anderen Parteien für sich reklamieren können.
Beim Microblogging-Dienst Twitter ist auffällig, dass Bündnis’90/Die Grünen, die früh diesen Dienst für sich entdeckten, ihre „Follower“-Zahl weiter deutlich steigern konnten und damit den Vorsprung gegenüber den anderen Parteien hielten bzw. weiter ausbauten.
Insgesamt ist bei den Videoplattformen ein deutliches Wachstum der Zugriffe zu verzeichnen, was nicht zuletzt auf die prominentere Platzierung eben dieser Inhalte auf den Parteiwebsites und ähnlichen Onlinevertretungen der politischen Parteien und ihrer Kandidaten, Gliederungen und Funktionäre zurückgeführt werden.
Bei StudiVZ hat sich die Etablierung eines neuen Features bemerkbar gemacht, dass den Parteien eine prominente Platzierung auf der Website bietet. Dieses wird deutlich stärker frequentiert als die schon länger existierenden Gruppen.
Angela Merkel spielt ihren Kanzlerinnen-Bonus auf allen Plattformen aus und lässt Frank-Walter Steinmeier immer weit hinter sich.”




[...] Wir haben heute die 5. Kurzstudie zu „Politik im Web 2.0“ (PDF) veröffentlicht. Untersucht wurde die Präsenz von Parteien, Jugendorganisationen sowie Spitzenpolitikern der Parteien und Jugendorganisationen in den in Deutschland relevantesten Social Networks (StudiVZ, MySpace, Facebook) sowie auf YouTube und Twitter. In der fünften Ausgabe (Juli 2009) ist klar, auf welche Plattformen welche Partei setzt. [...]
[...] Dass das alleine jedoch nicht ausreichend scheint, stellt heute die Berliner Online-Agentur “newthinking communications” in ihrer 5. Kurzstudie [...]
“Bis zur letzten Erhebung konnten FDP und Linkspartei nicht auf einen eigenen YouTube-Kanal zurückgreifen, sondern nur im Fraktionskanal tätig werden. Bei der Linkspartei hat sich dies nun geändert, bei der FDP steht dies zu erwarten.”
Ich möchte bezweifeln, dass die FDP auf dem Fraktionschannel zurückgreifen “konnte”, kann oder wird. Ist übrigens nichtmal erlaubt. Die bekämen so richtig viel Ärger.
[...] Aktivitäten im sozialen Netz am wenigsten Zulauf bekommt, wie wir regelmässig in unseren Kurzstudien zu “Politik im Web 2.0″ [...]
[...] Nachrichtensendung RTL-Aktuell hat am vergangenen Sonntag um 19:45 Uhr einen Beitrag über Wahlkampf im Netz und war auch zu Besuch bei uns. Bei Youtube kann man sich den Beitrag [...]
wann wird die 6. kurzstudie veroeffentlicht?
Hallo, eine Nach-Wahlkampf-Studie fände ich noch interessant! Soweit ich das richtig überblicke endet eure Studienserie mit Nummer 5 im Juli?
Grüße, Patrick.
[...] ist es um das Faszinosum „Online-Wahlkampf“ ruhiger geworden. Gab es zu Beginn des Jahres 2009 reichlich neue Studien über den irgendwie trotzdem nicht in Fahrt kommenden Online-Wahlkampf, stellte die Uni Hohenheim [...]