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Ein gemeinsames Konzept für Gemeingüter/Commons

Eingetragen von auf 22. Mai 2009 – 19:00Kein Kommentar

In dieser Woche fand der sechste und vorerst letzte interdisziplinäre Salon “Genes, Bytes und Emissionen – Zeit für Allmende” der Heinrich Böll Stiftung statt. Der zweitägige intensive Workshop bildete den ergebnisorientierten Abschluss der Salon-Reihe, in der sich Vertreter (Wissenschaftler, Praktiker und Politiker) der natürlichen, kulturellen und sozialen Commons einer gemeinsamen Vorstellung des Konzepts Gemeingut und dem Umgang damit im gemeinsamen Diskurs angenähert haben.

Bemerkenswert an der Veranstaltung fand ich den konstruktiven themenorientierten Austausch und Diskurs zwischen den Salongästen, die von so verschiedenen Hintergründen wie beispielsweise Klimaschutz, Biodiversität, Forstwirtschaft, Freie Software, Freie Kultur, oder Medizin kommen. Über die Salons hinweg entwickelte sich der Diskurs zunehmend zu einer Arbeit am gemeinsamen Konzept der Commons, angefangen mit einer Definition des Diskursgegenstandes und inwiefern man die sehr verschiedenartigen Konzepte von Natur, digitalen Kulturgütern und Konzepten von Bildung oder Gesundheit zusammenfassen kann. Weitergehend wurden Aspekte näher beleuchtet wie die Gemeinschaften, die sich um ein Gemeingut kümmern, Institutionen und Prinzipien für Commons, und das Verhältnis von Commons und Eigentum.

In den zwei Tagen des sechsten Salons haben wir mit ca. 20 Salongästen Text-Elemente eines Thesenpapiers entwickelt, welches – nach Fertigstellung durch die Redaktionsgruppe – der weiteren Verbreitung des Konzepts der Commons in Politik und Gesellschaft dienen soll. Begriffliche Überlegungen waren Teil der Arbeit, angefangen vom fortan zu verwendenden Namen für den Gegenstand selbst – Commons, Allmende oder Gemeingüter – hin zu Fragen ob man eher an bekannten Begrifflichkeiten anknüpfen oder neue Begriffe finden sollte um einen Paradigmenwechsel zum umschreiben.

Während ich zur Praxis einer commons-gerechten Gesellschaft noch viele Fragen habe, denke ich, dass ein solches gemeinsames Commons – Konzept einen hilfreichen konkreten Baustein zum Um- und Weiterdenken an einer gesellschaftlichen Veränderung bieten kann, hin zum Schutz von Lebensgrundlagen und Kultur, sowie Inklusion weiterer als rein finanz-maximierender Motivationen für menschliches Handeln. Hin zu einer Gesellschaft, in der wirtschaftliches, staatliches und individuelles Handeln dem Erhalt, Pflege und ggfls Erweiterung der Commons verpflichtet ist.

Mehr zu den Inhalten, sobald aus den Bausteinen ein kohärentes Papier entstanden ist …

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